Biografie
1988 geboren in Rheda Wiedenbrück, lebt und arbeitet in Lohmar
seit 2015, Dozentin für Glasgestaltungstechniken am Institut für Künstlerische Keramik und Glas, Höhr- Grenzhausen 2012-2015 Master of Fine Arts am Institut für Künstlerische Keramik und Glas, Höhr-Grenzhausen, Hochschule Koblenz
2013 Auslandssemester am Sydney College of the Arts, Australien
2009-2012 Bachelor of Fine Arts am Institut für Künstlerische Keramik und Glas, Höhr-Grenzhausen, Hochschule Koblenz 2005-2008 Ausbildung zur Kunstglaserin, Berufskolleg Rheinbach

Auszeichnungen und Stipendien 2023 Stipendium der Alexander Tutsek Stiftung, Kunstförderpreis der Arbeitsgemeinschaft bildendern Künstler am Mittelrhein, AKM
2017 Stipendium der August Müller Stiftung,
2015 Corning Museum of Glass Prize, Stanislav Libenský Award, 1. Preis, Immenhäuser Glaspreis,
2013 3. Preis, Hadamarer Glaspreis, Promos Stipendium der Hochschule Koblenz
2008 1. Kammersiegerin Handwerkskammer Köln, 1. Landessiegerin Handwerkskammer Südwestfalen, NRW, 2. Platz „Gute Form im Handwerk“,Zentralverband des deutschen Handwerks, Berlin

Werke in öffentliche Sammlungen
Ernstingstiftung, Coesfeld- Lette, Glasmuseum Immenhausen, Kunstsammlung des Landes Rheinland-Pfalz, ART CIRCLE Slowenien, Kunstsammlung der Feste Coburg, Mittelrhein Museum Koblenz

Mitgliedschaften
seit 2015 Mitglied im BBK RLP seit 2019 Mitglied bei der Arbeitsgemeinschaft bildendern Künstler am Mittelrhein e.V., seit 2023 im Vortstand

Schaum, Karte, Kosmos: Lena Feldmanns Kunst der verborgenen Ordnungen
Lena Feldmann (*1988) lebt und arbeitet in Lohmar und Höhr-Grenzhausen. Ihr Werk kreist um verborgene Ordnungen: Verbindungen zwischen Mikro- und Makrokosmos, zwischen Zelle und Landschaft. Sie ist hingerissen von Momenten, die zu schnell vergehen – Lichtreflexe, Blasen, topografische Linien – und sucht in ihnen eine Form von Resonanz: nicht Ordnung als Kontrolle, sondern als leises Gefüge, das trägt. Das Besondere an ihrer Arbeit ist die Verbindung aus präziser Handwerkskompetenz und poetischer Materialforschung: Sie macht Flüchtiges sichtbar und haltbar, ohne ihm seine Leichtigkeit zu nehmen. Schon mit 16 verließ sie ihr Elternhaus, um am Berufskolleg Rheinbach eine Ausbildung zur Kunstglaserin zu beginnen. Dort fand sie ihre natürliche Sprache: das genaue Sehen, das technische Zeichnen, das Entwerfen und Umsetzen eigener Ideen – mit einer Sorgfalt, die früh ausgezeichnet wurde. Neben dem Gesellenbrief erhielt sie für ihr Gesellenstück den Titel der 1. Kammersiegerin der Handwerkskammer Köln, wurde 1. Landessiegerin der Handwerkskammer Südwestfalen in NRW und erreichte den 2. Platz bei „Die Gute Form im Handwerk“ des Zentralverbands des Deutschen Handwerks in Berlin. Trotz dieser Anerkennung spürte Feldmann, dass das reine Handwerk zwar Fundament ist, aber nicht ihr Ziel. Sie wollte den stillen Momenten nachgehen, in denen Struktur und Staunen zusammenfallen. 2009 begann sie deshalb das Studium der Freien Kunst Glas am Institut für Künstlerische Keramik und Glas (IKKG) in Höhr-Grenzhausen. Dort erforschte sie Glas bis an seine Grenzen und entwickelte eigene Glasverschmelzungstechniken, die ihr bereits während des Studiums internationale Aufmerksamkeit einbrachten: In ihren Arbeiten konserviert sie die ephemere Struktur von Schaum und eröffnet einen Blick in komplexe, sonst kaum wahrnehmbare Gefüge. Neben Glas arbeitet Lena Feldmann auch mit Aquarell, Fotografie und Linoldruck. Eine weitere ungewöhnliche Technik ist das Schnitzen topografischer Landkarten in mehrfach lackierte Holzplatten. Inspiriert von Druckplatten des Linolschnitts erzeugt sie Dreidimensionalität über Licht und Schatten in den Schnittkanten – Reliefs, in denen Orientierung und Bewegung gleichzeitig spürbar werden. So entstehen Arbeiten, die wie Karten des Wirklichen wirken und zugleich wie Karten eines inneren Raums: präzise, poetisch, aufmerksam. Ihre Arbeit wurde vielfach ausgezeichnet, darunter das Alexander-Tutsek-Stipendium (2023), der AKM-Förderpreis (2023), das August-Müller-Stipendium (2017), der Preis des Corning Museum of Glass beim Stanislav Libenský Award (2015) sowie der 1. Preis des 6. Immenhäuser Glaspreises (2015). Bereits 2013 erhielt sie den 3. Preis beim 1. Hadamarer Glaspreis sowie ein PROMOS-Stipendium der Hochschule Koblenz. Arbeiten von Lena Feldmann befinden sich in öffentlichen Sammlungen, darunter der Ernsting Stiftung Coesfeld-Lette, dem Glasmuseum Immenhausen, der Kunstsammlung des Landes Rheinland-Pfalz und der Kunstsammlung der Veste Coburg. Da Feldmann unablässig an neuen Formen, Materialien und Konzepten arbeitet, bleibt ihr Werk in Bewegung. Ihre Arbeiten sind Einladungen zum achtsamen Sehen – dorthin, wo das Kleine im Großen wieder auftaucht und Staunen zum Ursprung von Erkenntnis wird.
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